Let´s talk with Stefanie Kaspari

Gespannt auf einen Blick hinter die Kulissen einer Hochzeitsfotografin? Stefanie erzählt von ihrer Arbeit, vermittelt euch wichtige Tipps und beeindruckt euch mit außergewöhnlichen Bildern.
Ein Beitrag von
Vivian Anna

Hallo ihr lieben Liebenden und neugierige Leser,

spätestens bei der Hochzeitsplanung gelangt ihr an einem Punkt, wo ihr euch über einen professionellen Fotografen/ einer professionellen Fotografin Gedanken macht. Ich möchte euch gern die ewigen Recherchen und unendlichen Angebotseinholungen ersparen und freue mich heute euch die liebe Stefanie von Borkh Photography vorstellen zu dürfen.

Sie war so lieb und hat all meine und eure Fragen beantwortet und ich bin mir sicher, dass ihr hier viele wertvolle Tipps und Wissenswertes mitnehmen könnt. Viel Spaß!

Hallo Stefanie!
Hej! Ich bin Stefanie und ich mache Fotos – soweit die Basics. :) 

Als Borkh Photography begleite ich aktuell deutschlandweit Brautpaare an ihrem großen Tag und biete außerdem noch Shootings im Bereich Babybauch, Familie, Pärchen, Boudoir und Portrait an.

Stefanie, wie sie leibt und lebt. Eine Frohnatur mit viel Liebe zur Fotografie! (Bild: Elisa Hiltscher)

Sag uns doch, warum machst du bei diesem Interview mit?

Wir haben ein tolles Projekt zusammen umgesetzt, bald steht die erste gemeinsame Hochzeit an und dein Blog ist so liebevoll und informativ gestaltet – drei gute Gründe!

Das sind wirklich tolle und sehr liebe Gründe! Dann starten wir doch mal mit der nächsten Frage. Wie lange machst du das schon und wie hast du angefangen?

Mit zarten fünfzehn Jahren habe ich angefangen, mich mit der Fotografie zu beschäftigen. Erst war es nur ein Hobby, ich habe meine Katze fotografiert, die Blümchen auf dem Hof... wie man eben so anfängt. Nach und nach wurde die Fotografie immer wichtiger für mich und ich habe mich in verschiedenen Bereichen ausprobiert. Nach dem Abitur begann meine dreijährige Ausbildung zur Portraitfotografin und im Anschluss an den Gesellenbrief  habe ich, in einer weiteren einjährigen Ausbildung, noch meinen Meister gemacht. Da stand bereits fest, dass ich nicht in einem Angestelltenverhältnis arbeiten, sondern meinen ganz eigenen Weg gehen möchte. Im September 2014 nahm ich also all meinen Mut zusammen und wagte den Schritt in die Selbstständigkeit!

Gibt es Unterschiede zwischen Fotografen/Fotografinnen und Hochzeitsfotografen/-fotografinnen?

Der Unterschied liegt in der Spezialisierung auf das jeweilige Fachgebiet. Ein/e Fotograf/in kann von der Bezeichnung her erst mal alles fotografieren– Landschaften, Architektur, Portraits, oder eben auch Hochzeiten. Der Oberbegriff lässt keine detaillierten Rückschlüsse zu. Ich habe damals als Portraitfotografin angefangen und zu Beginn eher wenige Hochzeiten fotografiert. Dann habe ich gemerkt, wie viel Spaß mir das macht und mich auf diesen Bereich spezialisiert. Ich bin aber auch weiterhin im Bereich Portrait, Paare etc. unterwegs.

Der perfekt eingefangene Moment, dank Borkh Photography!

Wann wäre denn die beste Zeit, dich zu buchen, bzw. wie viel Zeit im Voraus?

In vielen Ratgebern heißt es, dass man sich 6 Monate im Voraus um eine/n Fotografen/in kümmern soll – leider ist das in den meisten Fällen schon zu spät. Ideal ist es, wenn man mich ungefähr ein Jahr im Voraus anfragt, vor allem wenn die Hochzeit in der Saison von Mai bis September stattfindet. Aber natürlich nehme ich auch gern kurzfristigere Anfragen entgegen! Nur ist dann die Wahrscheinlichkeit, dass ich am Wunschtermin bereits gebucht bin, deutlich höher.

Gibt es ein "Kennenlern-Shooting"?
Ein Kennenlern-Shooting ermöglicht euch auch tolle Bilder für die Einladungskarten!

Kennenlern-Shootings sind natürlich immer möglich! Ich empfehle sie vor allem für Paare, die sich vor der Kamera unsicher oder unwohl fühlen. So können sie schon mal ein bisschen üben, meine Arbeitsweise besser kennenlernen und sind am Hochzeitstag viel entspannter. Und dazu haben sie gleich noch tolle Bilder für die Einladungskarten!

Stimmt, eine toll Idee! Und wie viele Aufträge machst du an einem Tag?

Ich nehme nie mehr als eine Hochzeit pro Tag an, auch wenn es sich nur um kleine Begleitungen von beispielsweise zwei Stunden handelt. Ich möchte mich voll und ganz auf meine Brautpaare einlassen und das ist nicht möglich, wenn man in Gedanken schon bei der nächsten Trauung ist und von einem Termin zum anderen hetzt. Außerdem gebe ich meinen Brautpaaren immer die Möglichkeit, mich spontan länger zu buchen. Auch bei Fotoshootings nehme ich selten mehr als einen Termin am Tag an. Das ist für mich enorm wichtig, um kreativ und mit freiem Kopf arbeiten zu können. Ich möchte keine „Massenabfertigung“ machen, sondern alle meine Kunden individuell betreuen.

Das klingt überaus vernünftig! Wie bereitest du dich denn vor?

Gute Vorbereitung ist mir sehr wichtig. Ich stehe vor der Hochzeit im regen Kontakt mit meinem Brautpaar und mache mich mit dem zeitlichen Ablauf und den Locations vertraut. Beim Vorgespräch gehen wir alles ganz detailliert durch und besprechen die Wünsche und Vorstellungen des Brautpaars. Außerdem stehe ich auch oft im Kontakt zu den Trauzeugen oder Familienmitgliedern, wenn beispielsweise Überraschungen geplant sind. Am Tag vor der Hochzeit bereite ich meine Technik vor, packe schon mal alles zusammen und notiere mir auf einem kleinen Spickzettel die wichtigsten Infos. Manchmal schreibe ich mir auch vorher schon einige Bildideen auf, wenn das Paar einen Herzenswunsch hat oder ich etwas umsetzen möchte, was ich im Trubel des Hochzeitstages auf keinen Fall vergessen darf.

Stefanie macht sich nicht nur mit dem Brautpaar vertraut!

Wie lange bleibst du am Hochzeitstag?

Ich bleibe so lange, wie mich mein Brautpaar benötigt und stelle mich immer darauf ein, dass ich eventuell länger bleibe, als ursprünglich geplant. Bei zwei von drei Hochzeiten ist das der Fall. Oftmals kann der Zeitplan nicht genau eingehalten werden, das Essen verspätet sich oder die Gäste haben noch viele Überraschungen vorbereitet. Dann fotografiere ich gern länger, bis ich alle Momente festhalten konnte, die meinem Brautpaar wichtig sind.

Welchen Stil verfolgst du, bzw. in welchem Stil fotografierst du?

Mir ist wichtig, dass meine Bilder natürlich und authentisch sind und die Kunden so zeigen, wie sie sind. Dazu gebe ich ihnen beim Shooting oftmals kleine Aufgaben, um möglichst ungestellte Bilder in Bewegung machen zu können. So habe ich die Möglichkeit, echte Momente einzufangen. Meine Bildbearbeitung würde ich als sanft, stimmungsvoll und in hauptsächlich warmen, gedeckten Tönen beschreiben. Knallige Farben wird man bei mir sehr selten finden.

Wer sagt, Bilder machen ist nur Knipsen!?! Stefanie voll in Action! (Bild: Elisa Hiltscher)
Wie überreichst du die Ergebnisse?

Meine Brautpaare erhalten eine liebevoll gepackte Hochzeitsbox. In der gravierten Box aus Birkenholz befindet sich ein hübscher USB-Stick, auf welchem sich alle Bilder digital befinden. Außerdem liegt noch eine Auswahl an Abzügen bei.

Wo kann man deine bisherigen Hochzeiten sehen?

Hochzeiten, die ich veröffentlichen darf, kann man sich hier auf meiner Webseite anschauen: hier!

Ein Moment, bei dem niemand hinsieht und Stefanie doch einfängt. Ein wundervolles Bild!
Wie findest du schwarz/weiß Bilder oder passt das nicht zu Hochzeitsbildern?

Ich lieeebe schwarz-weiß Fotos! Ich finde, dass sie sehr gut zu Hochzeiten passen, sofern man die Bilder sorgfältig auswählt. Denn es passt nicht zu Allem und ist stark von dem jeweiligen Motiv und den Lichtverhältnissen abhängig. Ich setze schwarz-weiß auch gern bei emotionalen Aufnahmen ein, da es den Blick auf das Wesentliche lenkt.

Auch schwarz/weiß Bilder können besonders emotionale Momente fantastisch festhalten, wie Stefanie es hier beweist.
Was ist bei deinen Hochzeitsreportagen alles enthalten?

Meine Hochzeitsreportagen enthalten zunächst immer ein unverbindliches Vorgespräch, welches bei einem persönlichen Treffen oder per Videochat stattfindet. So haben wir die Möglichkeit, uns kennenzulernen, die Details zu besprechen und herauszufinden, ob die Chemie zwischen uns stimmt. Nach der Buchung bekommt das Paar noch meinen Leitfaden zugeschickt, in welchem ich mit den Jahren eine geballte Ladung an Tipps für ihre Hochzeit gesammelt habe. Am Hochzeitstag entstehen dann grob geschätzt zwischen 50-70 Bilder pro Stunde, welche ich alle sorgfältig in meinem Stil bearbeite. Nach der Hochzeit bekommt das Brautpaar von mir die fertig gepackte Hochzeitsbox mit allen Fotos und natürlich auch das private Nutzungsrecht für sich selbst und alle Gäste.

Gibt es auch mal einen Rabatt?

Ich gebe gern einen Rabatt, wenn ich die Bilder veröffentlichen darf. Für mich ist es sehr wichtig, meine Arbeit zeigen zu können, damit sich zukünftige Brautpaare einen guten Eindruck davon verschaffen können.

Jetzt mal etwas anderes: Was stört dich am Hochzeitstag?

Da gibt es eigentlich nur eine Sache: Wenn Gäste die Hochzeit nur durch ihre Smartphones und Kameras betrachten, anstatt einfach den Tag zu genießen.

Genießt den Moment mit Augen und Herz und lasst Stefanie die Bilder machen.

Eine spannende Frage von einem Brautpaar: Was ist beim Fotoshooting am Hochzeitstag besonders wichtig, was ist zu beachten?
Entspannt euch! 

Die Fotos sollen Spaß machen und nicht zur Pflichtveranstaltung werden. Das ist das Allerwichtigste. Ich fotografiere zum Beispiel lieber, wie sich die Gäste amüsieren, anstatt das hundertste Gruppenbild zu machen. Und bitte weist eure Gäste darauf hin, das Fotografieren während der Trauung zu unterlassen. Euer/eure Fotograf/in wird es euch danken!

Hast du auch eine Lieblings-Location?

Puh, das ist schwierig. Es gibt so viele tolle Locations! Doch die bisher schönste Location, in der ich eine Hochzeit fotografiert habe, war das Wasserschloss Unsleben in Bayern. Leider darf ich ausgerechnet diese Hochzeit nicht veröffentlichen.

Nun etwas Emotionales: Deine schönste, schlechteste und verrückteste Erfahrung?
Ein Moment der Verrücktheit, auch hier dürfen Aufnahmen nicht fehlen.

Die Schönste: Da kann ich mich kaum entscheiden. Einige Hochzeiten stechen definitiv heraus, weil sie besonders liebevoll geplant waren, oder ich vom Brautpaar unglaublich viel Wertschätzung erfahren habe. 

Doch das Rennen macht wohl die Mittelalter-Hochzeit meiner Schwester. Es war eine der ersten Hochzeiten, die ich alleine fotografiert habe und ich hatte echt Bammel davor, doch meine Familie hat mir die Nervosität genommen und es war eine wahnsinnig tolle Feier! Die Bilder sind aus heutiger Sicht bestimmt nicht perfekt, aber in ihnen steckt ganz viel Herz.

Die Schlechteste: Ich habe mal eine Hochzeit angenommen, obwohl ich von vornherein ein ungutes Gefühl hatte. Die beiden schienen sich nicht wirklich gern zu haben, am Hochzeitstag wurde nur gestritten und es gab auch noch ein unangenehmes Nachspiel. Seitdem höre ich immer auf mein Bauchgefühl.

Die Verrücksteste: Einmal kam die Braut mehr als eine Stunde zu spät zur Trauung. Das war ein ganz schön heftiger Nervenkitzel, vor allem für den armen Bräutigam! Und eine ziemlich verrückte Erfahrung steht mir noch bevor. Anfang September werde ich mit einem Brautpaar im Heißluftballon fliegen – dabei habe ich schreckliche Höhenangst. :D

Was sind besonders typische Posen, Macken o.ä. von Brautpaaren?

Oh, da gibt es so einiges! Ich bekomme zum Beispiel ganz oft den Satz:

„Wir sind total unfotogen“ zu hören – und dann stimmt es natürlich absolut nicht. 
Oder: „Mein Mann hasst es, fotografiert zu werden“, dabei ist er ganz handzahm und maximal ein bisschen schüchtern vor der Kamera. 

Und es gibt auch ein paar ganz schlimme Posen, die immer mal wieder vorgeschlagen werden: Felgen mit dem Brautkleid putzen, hinter dem Baum vorgucken, sie zieht ihn am Schlips hinter sich her... Zum Glück kann ich das meinen Brautpaaren fast immer ausreden und diese Vorschläge kommen auch immer seltener, da ich solche Bilder natürlich nicht im Portfolio zeige.

Was hältst du von dieser beliebten Aussage: "Das kriegt mein Onkel mit seiner neuen Kamera auch hin!"
Eine romantische Alternative und professionell umgesetzt von Stefanie Kaspari.

Kurz gesagt: Nicht so viel. ;)

Auch wenn die technische Ausrüstung nicht unwichtig ist, macht letztlich doch der/die Fotograf/in das Bild. Wenn der Onkel keinen Blick für Motive und Licht hat, nur im Automatik-Modus fotografiert und keine Erfahrung mit Hochzeiten besitzt, nützt auch die beste Kamera nichts.

Was machst du, wenn es regnet? Wo findet das Brautpaarshooting z.B. statt?

Auch wenn ich natürlich allen Brautpaaren eine trockene Hochzeit wünsche, ist Regen bei guter Vorbereitung gar nicht so schlimm. Wenn Teile der Hochzeit draußen stattfinden, sollte es dafür auf jeden Fall einen Plan B geben. Ich habe auch immer einen Regenschutz für meine Kamera und einen durchsichtigen Regenschirm dabei und empfehle allen Paaren, sich selbst einen zuzulegen. Damit kann man beim Brautpaarshooting wunderschöne Fotos machen! Falls draußen absolut die Welt untergeht, gucke ich nach Alternativen in der Location. Und in den ganz seltenen Fällen, in denen es gar keine schöne Möglichkeit für die Paarfotos gibt, kann manimmer noch ein After Wedding Shooting machen.

Das waren wirklich viele tolle Informationen und ich möchte mich auch im Namen der Leser für diesen ehrlichen und spannenden Einblick bedanken. Ich selbst musste so oft schmunzeln und bei der Geschichte mit deiner Schwester, kamen mir die Tränen. Vielen Dank dafür!

Euch hat das Interview gefallen, ihr habt noch mehr Fragen oder möchtet Stefanie kennenlernen? Dann meldet euch bei mir oder direkt bei ihr. Alle Kontaktmöglichkeiten findet ihr auf meiner Partnerseite oder hier!

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